Interessanterweise ist das London-System in Amateurkreisen sehr verbreitet, weil Weiß auch ohne größeres Theoriewissen eine spielbare Stellung nach der Eröffnungsphase erreicht. Allein diese Tatsache unterstreicht, wie solide das London-System ist! Da das System alle Varianten nach 1.d4 d5 abdeckt (wer faul ist kann es auch gut gegen 1...Sf6 anwenden), ist es unbedingt als Universalwaffe anzusehen. Wenn es so stark ist, wieso ist es dann so unbekannt? Ich kann den Grund nur vermuten. Wahrscheinlich hat sich in den gehobenen Kreisen die Meinung durchgesetzt, dass das London-System (LS) zu wenig Biss hat, um den Nachziehenden ernsthaft zu gefährden. Allerdings gibt es aber auch unter den Spitzengroßmeistern einige "anders denkende". So hat GM Gata Kamsky beispielsweise mehrfach das LS mit gutem Erfolg angewendet. Eine oder sogar zwei Stufen drunter, also auf IM- bis FM-Niveau, ist das LS dagegen sehr beliebt. Denn der Anziehende umgeht recht leicht irgendwelche langen Theorievarianten und zwingt somit seinen Gegner bereits im Frühstadium der Partie "Schach" zu spielen.
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